2026-10-15 Aktuelle Nachrichten aus Deutschland und der Welt.
Ein schwarzer Flügel steht mittig in einem dunklen Raum unter einer hellen Lichtdecke.

Ryuichi Sakamoto in Berlin: Klang wird zum Erlebnis

Sieben Werke in fünf großformatigen Installationen

Wer Sakamoto vor allem aus seinen Alben oder Filmmusiken kennt, trifft im Hamburger Bahnhof auf eine Ausstellung, die Musik als räumliches und visuelles Erlebnis angelegt. Auf rund 1.500 Quadratmetern in den Rieckhallen verbindet „seeing sound, hearing time“ Klang, Film, Performance und bildende Kunst. Insgesamt sind sieben Werke in fünf großformatigen Installationen zu sehen.

Im Mittelpunkt steht damit nicht nur das Hören einzelner Kompositionen. Die Präsentation macht sichtbar, wie Sakamoto seit den 2000er-Jahren dreidimensionale Klangräume entwickelte und dabei mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern arbeitete. Diese Verbindung von Klang und Kunst gehört zugleich seit der Gründung des Hamburger Bahnhofs vor 30 Jahren zu den Schwerpunkten des Hauses.

Ein zentrales Werk ist „IS YOUR TIME“ aus dem Jahr 2017. Darin wird ein durch den Tsunami von 2011 beschädigtes Klavier zum Ausgangspunkt für neue Klänge. Grundlage sind digital umgewandelte seismologische Daten weltweiter Erdbeben. Das Werk verbindet so ein konkretes Objekt mit einer technisch bearbeiteten Darstellung geologischer Ereignisse.

Ryuichi Sakamoto in Berlin: Klang wird zum Erlebnis

Weitere Installationen gehen vom Album „async“ aus dem Jahr 2017 aus. Sie entstanden in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler Shiro Takatani und dem Filmemacher Apichatpong Weerasethakul. Zu den im Ausstellungszusammenhang genannten Arbeiten gehören „async-immersion“ und „async-first light“. Zwei Filme von Carsten Nicolai verwenden außerdem Musik aus Sakamotos letztem Album „12“, einem zwischen 2021 und 2022 aufgenommenen Klangtagebuch.

Sakamotos musikalische und künstlerische Wege

Ryuichi Sakamoto (1952–2023) wurde in Tokio geboren. 1978 veröffentlichte er sein Debütalbum „Thousand Knives“ und war Mitbegründer der Techno-Gruppe Yellow Magic Orchestra. Sein Werk umfasst Popalben, klassische Kompositionen, zwei Opern sowie fast 45 Original-Soundtracks für Film und Fernsehen.

Ryuichi Sakamoto in Berlin: Klang wird zum Erlebnis

Für seine Filmmusik erhielt Sakamoto unter anderem einen Oscar, zwei Golden Globes und einen Grammy. Parallel dazu wurden seine Arbeiten weltweit in Museen gezeigt. Auch als Aktivist engagierte er sich für Umweltschutz und Weltfrieden. Die Retrospektive richtet den Blick jedoch besonders auf die Übergänge zwischen seinen künstlerischen Feldern: Musik, bewegte Bilder, Performance und Installation.

Ausstellung startet zur Berlin Art Week

„seeing sound, hearing time“ eröffnet zur Berlin Art Week und ist Teil des Jubiläumsprogramms zum 30-jährigen Bestehen des Hamburger Bahnhofs. Das Programm umfasst öffentliche Führungen, eine „Stille Stunde: Ryuichi Sakamoto“ am 7. Oktober 2026 um 16 Uhr sowie Angebote für Jugendliche, Kinder und Familien.

Ryuichi Sakamoto in Berlin: Klang wird zum Erlebnis

Die Ausstellung wird von Ingrid Buschmann gemeinsam mit Sachiko Namba kuratiert und von der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin als Sonderausstellung präsentiert. Zur Ausstellung erscheint außerdem ein Katalog der Ausstellungsreihe des Museums, herausgegeben von Silvana Editoriale Milano. Für die konkrete Besuchsplanung sollten Interessierte die Ausstellungsseite der Staatlichen Museen zu Berlin prüfen, da die vorliegenden Angaben weder Eintrittspreise noch Buchung, Barrierefreiheit oder Anreise ausweisen: https://www.smb.museum/ausstellungen/detail/ryuichi-sakamoto/

Quelle: Staatliche Museen zu Berlin – Aktuelle Ausstellungen

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