2026-09-05 Aktuelle Nachrichten aus Deutschland und der Welt.
Diverse Künstler in farbenfrohen Kostümen performen auf einer Bühne vor Publikum.

Mahlzeit! Serving Gender in Chemnitz bis 1. November

Vom Apfel der Eva bis zur unbezahlten Arbeit am Herd: Die Ausstellung „Mahlzeit! Serving Gender“ untersucht, wie eng Essen, Fürsorge und weibliche Rollenbilder miteinander verbunden sind. Sie läuft vom 4. Juli bis 1. November 2026 im Museum Gunzenhauser in Chemnitz. Für Kunstinteressierte sowie Besucher:innen, die sich mit feministischen Perspektiven auf Alltag und Körper beschäftigen möchten, verbindet sie historische Werke mit Gegenwartskunst. Eintrittspreis, Buchung, genaue Adresse, allgemeine Öffnungszeiten sowie Angaben zu Anreise und Barrierefreiheit sind in den vorliegenden Veranstaltungsinformationen nicht ausgewiesen.

Nach Angaben der Kunstsammlungen Chemnitz bildet „Serving Gender“ den zweiten Teil der dreiteiligen Reihe „Mahlzeit!“, die Essen in der Kunst aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Der erste Teil „Feinkunsthalle“ widmete sich Konsum- und Kulturgeschichte, während ab Ende November „Zu Tisch“ soziale Rituale und gemeinschaftliche Formen des Essens aufgreift.

Essen wird zur Frage von Arbeit und Macht

Im Mittelpunkt von „Serving Gender“ stehen Frauen als Ernährerinnen von Familien und Gemeinschaften. Die Ausstellung zeichnet nach, wie Kochen, Versorgen und Nähren über Jahrhunderte als weibliche Aufgaben gelesen wurden – häufig verbunden mit unsichtbarer und unbezahlter Care-Arbeit.

Die gezeigten Arbeiten untersuchen zugleich, wie gesellschaftliche Erwartungen am Esstisch entstehen. Dazu gehören die Zuschreibung von Fürsorge, Regeln über den weiblichen Appetit sowie die Kontrolle und Disziplinierung weiblich gelesener Körper. Motive wie Evas Apfel und die Muttermilch führen dabei von religiösen und biologischen Deutungen zu sozialen Rollenbildern.

Die Ausstellung fragt außerdem, wer Nahrung zubereitet und wer dabei in Bildern erscheint. Ein weiterer Widerspruch liegt zwischen der traditionell Frauen zugeschriebenen Küchenarbeit und der männlichen Dominanz in der Spitzengastronomie.

Mahlzeit! Serving Gender in Chemnitz bis 1. November

Kunst vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Der zeitliche Bogen beginnt im 17. Jahrhundert und reicht bis zu aktuellen künstlerischen Positionen. Einen Bezugspunkt bildet Martha Roslers Videoarbeit „Semiotics of the Kitchen“ aus der feministischen Kunst der 1970er-Jahre.

Hinzu kommen Werke von Sophia Süßmilch, Ivonne Thein, Henriette Grahnert, Julia Kissina, Eliane Diur und Fern Liberty Kallenbach Campbell. Textilkunst, Malerei, Druckgrafik, Fotografie und Video eröffnen verschiedene Zugänge zu Arbeit, Körper, Ernährung und sozialer Rolle. Auch der Jugendrat des Museums bringt eigene Perspektiven in die Ausstellung ein.

Zu den im Ausgangsmaterial genannten Arbeiten gehören Julia Kissinas „Katja“, Eliane Diurs „Self Care“ und Sophia Süßmilchs „Mutterliebe“. Historische Positionen sind unter anderem mit Adolf Friedrich Georg Wichmanns „Die Traubenspenderin“ und Conrad Felixmüllers „Rentner (Theo Schoppe und Frau)“ vertreten.

Führungen, Lesung und Drag-Performance begleiten die Schau

Das Begleitprogramm führt die Themen aus den Ausstellungsräumen in Gespräche, Lesungen und Performances weiter. Am 20. August um 19 Uhr liest Alida Bohnen aus „Der Teller“ von Annabelle Hirsch. Das Buch nimmt Teller als Ausgangspunkt für Fragen nach Geschlechterrollen.

Mahlzeit! Serving Gender in Chemnitz bis 1. November

Am 4. September um 16.30 Uhr führt Kuratorin Pauline Tigges durch die Ausstellung. Am 11. September um 16 Uhr übernehmen Drag Queen Dani California und Drag King Smoky Addamz die Führung „Gut angerichtet? Eine Führung in Drag“.

Weitere öffentliche Führungen sind für mehrere Wochenenden im August und September angekündigt. Am 26. September um 14.30 Uhr gestaltet der Jugendrat Alfreds Crew einen „Perspektivwechsel“. Ein Zine-Workshop mit Julia Koschler folgt am 10. Oktober um 14 Uhr; eine weitere Kuratorinnenführung mit Pauline Tigges ist für den 24. Oktober um 16 Uhr geplant.

Die letzten bestätigten Termine vor Ausstellungsende

Die Schau bleibt bis einschließlich 1. November im Museum Gunzenhauser zu sehen. Als letzte im Ausgangstext konkret aufgeführte Begleitveranstaltung ist für den 29. Oktober um 19 Uhr der Showtalk „Titten Thesen Temperamente“ mit der Theaterpädagogin, Regisseurin und Performerin Gabi Reinhardt angekündigt.

Quelle: Kunstsammlungen Chemnitz – Ausstellungen

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