2026-08-12 Aktuelle Nachrichten aus Deutschland und der Welt.
Ein Polizeifahrzeug im Einsatz auf einer öffentlichen Straße in Deutschland.

Hannover: Weniger Straftaten, doch Gewalt bleibt im Fokus

In Hannover wurden 2025 insgesamt 67.087 Straftaten registriert – 5.230 weniger als im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang von 7,2 Prozent und laut dem neuen gemeinsamen Sicherheitsbericht dem zweitniedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Zugleich bleibt die Lage bei Gewalt- und Messerangriffen ein Arbeitsschwerpunkt für Polizei und Stadt.

Der Bericht der Polizeidirektion Hannover, der Landeshauptstadt Hannover und des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) verbindet Kriminalitätsdaten mit Angaben zu Kontrollen, Ordnung und Sauberkeit. Damit soll er zeigen, welche Faktoren das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum prägen – etwa in der Innenstadt, an Haltestellen und rund um den Hauptbahnhof.

Die Kriminalität sank, die Aufklärung stieg

Die Gesamtzahl der erfassten Delikte ging deutlich zurück, während die Aufklärungsquote von 59 auf 61 Prozent stieg. Das bedeutet: Bezogen auf die registrierten Fälle konnte die Polizei häufiger einen Tatverdächtigen ermitteln als im Jahr zuvor.

Kennzahl Entwicklung 2025
Registrierte Straftaten 67.087, nach 72.317 im Vorjahr (-7,2 %)
Aufklärungsquote 61 %, nach 59 %
Gewaltkriminalität rund 9 % weniger
Messerangriffe rund 8 % weniger
Tatverdächtige Jugendliche 341, nach 461 (-26 %)

Die Zahlen beschreiben die polizeilich registrierte Kriminalität. Sie belegen einen positiven Trend, sagen aber nicht für jeden Ort und jede Deliktgruppe aus, wie sich die Lage im Alltag entwickelt hat. Gerade bei Gewaltkriminalität und Messerangriffen betonen die Behörden deshalb weiterhin Handlungsbedarf.

Hannover: Weniger Straftaten, doch Gewalt bleibt im Fokus

Gewalt und Messerangriffe bleiben zentrale Aufgaben

Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten bewertet den Rückgang als Signal, dass die gemeinsame Arbeit Wirkung zeigt. Gleichzeitig sollen die Bekämpfung von Gewaltdelikten und Messerangriffen mit Konsequenz fortgeführt werden.

Im Umfeld des Hauptbahnhofs und in der Innenstadt arbeiten Polizei, Stadt, Bundespolizei, DB Sicherheit, aha und weitere Stellen zusammen. Gemeinsame Streifen, Schwerpunktkontrollen und kurze Abstimmungswege richten sich dort unter anderem gegen Raub, Körperverletzungen und Messerangriffe. Auch die Waffenverbotszone wird im Bericht als Teil des Sicherheitsthemas genannt.

Mehr Kontrollen im öffentlichen Raum

Der Städtische Ordnungsdienst hat seine Kontrolltätigkeit deutlich ausgeweitet: 2025 stieg die Zahl der Kontrollen von 12.439 auf 21.905. Seit dem 1. Juli 2025 sind zudem Ordnungsbotschafterinnen und Ordnungsbotschafter im Einsatz.

Hannover: Weniger Straftaten, doch Gewalt bleibt im Fokus

Höhere Fallzahlen bei Ordnungsverstößen können laut Bericht auch eine Folge der dichteren Kontrollen und einer besseren Erfassung sein. Das ist bei der Einordnung relevant: Mehr dokumentierte Verstöße bedeuten nicht automatisch, dass das Problem im gleichen Maß zugenommen hat.

Bei der Parkraumüberwachung plant die Stadt den schrittweisen Einsatz von Scan-Cars. Nach Angaben des Berichts kann ein solches Fahrzeug in derselben Zeit etwa zehnmal so viele Fahrzeuge prüfen wie Fußkontrollen. Mögliche Verstöße sollen weiterhin von Mitarbeitenden kontrolliert werden.

Sauberkeit wird als Sicherheitsfaktor mitgezählt

Seit 2023 enthält der Sicherheitsbericht auch die Jahresbilanz von aha. 2025 beseitigte die Stadtreinigung rund 1.484 Tonnen illegal abgelagerten Abfalls an 29.156 Stellen. Die Müllmelde-App wurde von 67.108 Menschen genutzt.

Für Bewohnerinnen und Bewohner ist der Bericht daher mehr als eine Kriminalitätsstatistik: Er erfasst auch, wie sichtbar Behörden in belasteten Bereichen sind und wie schnell Verunreinigungen im Stadtbild bearbeitet werden. Der vollständige Sicherheitsbericht 2025 liegt laut Landeshauptstadt Hannover als Download vor.

Quelle: State Capital Hannover News

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