2026-10-03 Aktuelle Nachrichten aus Deutschland und der Welt.
Eine Familie nutzt gemeinsam einen Laptop zur digitalen Bildung am Küchentisch zu Hause.

Passwortmanager für Familien einrichten: Konten sicher teilen

Ein Passwortmanager hilft Familien, für jedes Online-Konto ein eigenes starkes Passwort zu verwenden. Beginnen Sie mit dem E-Mail-Konto, danach folgen Banking und Behördenzugänge. Planen Sie zugleich, wer im Notfall Zugriff braucht und wo Wiederherstellungscodes sicher liegen. Dafür müssen nicht alle Familienmitglieder sämtliche Passwörter kennen.

Welche Konten zuerst geschützt werden sollten

Das wichtigste Konto ist meist die E-Mail-Adresse, über die sich andere Zugänge zurücksetzen lassen. Wer dieses Postfach kontrolliert, kann oft neue Passwörter für weitere Dienste anfordern. Schützen Sie deshalb zuerst das E-Mail-Konto jedes Erwachsenen und anschließend die Konten für Banking, Behörden und andere wichtige Angelegenheiten.

  • E-Mail: Ein einzigartiges Passwort festlegen und Zwei-Faktor-Authentifizierung einschalten.
  • Banking: Zugangsdaten nur im eigenen Tresor speichern und Freigaben ausschließlich über das vorgesehene Verfahren der Bank bestätigen.
  • Behörden: Zugangsdaten und Wiederherstellungswege prüfen, besonders wenn selten genutzte Konten an eine alte E-Mail-Adresse gebunden sind.

Danach sind Shops, soziale Netzwerke und Streamingdienste an der Reihe. Wenn die Familie bisher ein Passwort mehrfach verwendet hat, ändern Sie es zuerst bei den wichtigsten Konten. Ein Passwortwechsel an einer Stelle schützt andere Konten nicht, solange dort dasselbe Passwort bestehen bleibt.

So richten Sie den Passwortmanager für die Familie ein

Wählen Sie einen Passwortmanager, der auf den tatsächlich genutzten Geräten funktioniert. Prüfen Sie vor der Einrichtung, ob mehrere Personen eigene Tresore erhalten, ob sich einzelne Einträge gezielt teilen lassen und welche Möglichkeiten für den Kontozugang im Notfall vorgesehen sind. Auch Kosten und verfügbare Funktionen können sich je nach Anbieter und Tarif unterscheiden.

  1. Legen Sie für jede erwachsene Person ein eigenes Konto im Passwortmanager an. Schützen Sie es mit einem langen, nur dort verwendeten Hauptpasswort oder einer langen Passphrase.
  2. Aktivieren Sie für den Passwortmanager die angebotene Zwei-Faktor-Authentifizierung. Richten Sie das Verfahren auf einem Gerät ein, das die betreffende Person zuverlässig nutzen kann.
  3. Speichern Sie die Zugangsdaten für das wichtigste E-Mail-Konto. Ersetzen Sie ein mehrfach verwendetes Passwort durch ein neu erzeugtes, einzigartiges Passwort und testen Sie danach die Anmeldung.
  4. Übernehmen Sie Banking- und Behördenkonten einzeln. Prüfen Sie bei jedem Eintrag die hinterlegte E-Mail-Adresse, die zusätzlichen Anmeldeverfahren und die Möglichkeiten zur Kontowiederherstellung.
  5. Teilen Sie nur Konten, die tatsächlich gemeinsam genutzt werden. Ein gemeinsames Streamingkonto kann in einen geteilten Bereich gehören; persönliche E-Mail- und Bankkonten sollten im eigenen Tresor bleiben.

Lassen Sie den Passwortmanager neue Passwörter erzeugen. Für die meisten Online-Konten müssen Sie diese Zeichenfolgen weder auswendig lernen noch selbst ausdenken. Entscheidend ist, dass jedes Konto ein anderes Passwort erhält und das Hauptpasswort des Managers gut geschützt bleibt. Das BSI empfiehlt für Online-Konten sichere, unterschiedliche Passwörter und beschreibt Passwortmanager als Hilfe bei deren Verwaltung.

Zwei-Faktor-Authentifizierung ohne Alltagsstress nutzen

Bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung reicht das Passwort allein für die Anmeldung nicht aus. Ein zusätzlicher Schritt kann beispielsweise eine Bestätigung in einer App oder ein zeitlich begrenzter Code sein. Welche Verfahren verfügbar sind, hängt vom jeweiligen Dienst ab. Nutzen Sie bei wichtigen Konten ein angebotenes Verfahren, das Sie dauerhaft verwalten können.

Richten Sie den zweiten Faktor zuerst für E-Mail und Passwortmanager ein. Danach folgen Banking und Behördenkonten, soweit diese ein solches Verfahren anbieten. Melden Sie sich nach der Einrichtung einmal ab und wieder an. So sehen Sie sofort, ob Passwort und zusätzlicher Anmeldeschritt funktionieren, während Sie noch Zugriff auf alle Geräte haben.

Ein zweites Gerät oder ein Wechsel des Smartphones verdient besondere Aufmerksamkeit: Prüfen Sie vor dem Umzug, wie sich die Authentifizierungs-App übertragen lässt. Löschen oder verkaufen Sie das alte Gerät erst, wenn die Anmeldung auf dem neuen Gerät und die vorgesehenen Wiederherstellungswege geprüft sind. Bestätigen Sie außerdem keine Anmeldeanfrage, die Sie nicht selbst ausgelöst haben.

Passwortmanager für Familien einrichten: Konten sicher teilen

Wiederherstellungscodes sicher aufbewahren

Viele Dienste geben bei der Einrichtung der Zwei-Faktor-Authentifizierung einmalige Wiederherstellungscodes aus. Sie können helfen, wenn das übliche Gerät für den zweiten Faktor verloren geht. Speichern Sie diese Codes nicht nur auf genau dem Smartphone, dessen Verlust Sie absichern möchten.

Drucken Sie die Codes nach Möglichkeit aus oder verwahren Sie sie auf einem anderen geeigneten Weg an einem geschützten Ort. Beschriften Sie sie so, dass berechtigte Angehörige das zugehörige Konto erkennen können, ohne sie offen auszulegen. Prüfen Sie die Hinweise des jeweiligen Dienstes: Häufig ist jeder Code nur einmal verwendbar, und neu erzeugte Codes ersetzen frühere. Geben Sie Wiederherstellungscodes niemals an Personen weiter, die sich per Nachricht oder Telefon danach erkundigen.

Ein Notfallplan, den Angehörige verstehen

Ein Notfallplan soll einer benannten Vertrauensperson helfen, notwendige Konten zu erreichen, wenn Sie selbst dazu vorübergehend oder dauerhaft nicht in der Lage sind. Legen Sie fest, welche Person welche Aufgabe übernehmen soll. Klären Sie dabei auch, ob ein Dienst einen eigenen Notfallzugang oder eine andere geregelte Freigabe anbietet.

Halten Sie an einem geschützten Ort fest, welcher Passwortmanager verwendet wird, wo die Wiederherstellungscodes liegen und welche E-Mail-Adressen für wichtige Konten hinterlegt sind. Bei gemeinsam verwalteten Angelegenheiten kann zusätzlich eine kurze Liste der betreffenden Dienste helfen. Schreiben Sie keine vollständige Sammlung aller Passwörter auf einen offen zugänglichen Zettel.

Gehen Sie den Ablauf einmal gemeinsam durch, ohne unnötig Zugangsdaten preiszugeben: Findet die Vertrauensperson die Anleitung? Weiß sie, wen sie bei der Bank oder dem jeweiligen Dienst kontaktieren muss? Prüfen Sie den Plan erneut, wenn ein Gerät, eine E-Mail-Adresse oder eine zuständige Person wechselt. Der nächste praktische Schritt ist klein: Sichern Sie heute zuerst Ihr E-Mail-Konto und legen Sie anschließend den Aufbewahrungsort für dessen Wiederherstellungscodes fest.

Von der Redaktion Internet Fusion. Grundlage für die allgemeinen Passwortempfehlungen sind die Hinweise des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik. Einzelne Anmelde- und Wiederherstellungsverfahren unterscheiden sich je nach Dienst.

Quelle: Bsi

Kommentare

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!

Weitere Geschichten