2026-09-03 Aktuelle Nachrichten aus Deutschland und der Welt.
Ein großer hölzerner Transportanhänger mit der Aufschrift Montevideo steht in einer historischen deutschen Altstadtstraße.

„Holland-Aktion“ in Kiel: Vortrag am 2. September

Am 2. September 2026 beleuchtet Susanne Kiel im Glasfoyer der Muthesius Kunsthochschule die sogenannte „Holland-Aktion“. Der Vortrag findet von 18 bis 20 Uhr statt und behandelt die Enteignung der Umzugsgüter von 150 jüdischen Familien während der NS-Zeit. Veranstalter ist der SHKV.

Der Abend richtet sich besonders an Menschen, die sich für NS-Geschichte, die Herkunft geraubter Gegenstände und die wissenschaftliche Rekonstruktion von Enteignungen interessieren.

Termin und Veranstaltungsort in Kiel

  • Datum: 2. September 2026
  • Zeit: 18 bis 20 Uhr
  • Ort: Glasfoyer der Muthesius Kunsthochschule
  • Adresse: Legienstraße 35, Kiel
  • Vortrag: Susanne Kiel
  • Veranstalter: SHKV

In der Veranstaltungsankündigung sind weder ein Eintrittspreis noch eine erforderliche Anmeldung genannt. Auch Hinweise zur Anreise und Barrierefreiheit fehlen. Wer hierzu verbindliche Angaben benötigt, sollte vor dem Besuch die Veranstaltungsseite der Kunsthalle zu Kiel prüfen.

Wie das Eigentum von 150 Familien nach Lübeck gelangte

Im Mittelpunkt stehen Möbel, Musikinstrumente, Kleidung, Hausrat, Fotoalben, Kunstwerke und persönliche Papiere. Die jüdischen Familien wollten diese Gegenstände bei ihrer Flucht aus dem Deutschen Reich in ihr unfreiwilliges Exil in Übersee mitnehmen. Nachdem die vorgesehenen Schiffe nicht mehr auslaufen konnten, blieben große Überseekisten, Kollies und Koffer in Rotterdam und der Umgebung eingelagert.

Ab Dezember 1942 transportierte Schenker & Co. die Frachtbehälter per Binnenschiff über Delfzijl und Hamburg nach Lübeck. Dort ließ das Wirtschaftsamt die Umzugsgüter von Januar bis September 1943 öffentlich versteigern. Die im Ausland wartenden Eigentümer erfuhren der Veranstaltungsbeschreibung zufolge erst lange nach dem Krieg, was mit ihrem Besitz geschehen war.

Antiquitäten, Kunstwerke und andere besondere Objekte waren zuvor aussortiert worden. Sie gelangten an Museen und Institutionen in Lübeck und möglicherweise auch nach Kiel. Die vorsichtige Ortsangabe macht zugleich sichtbar, an welcher Stelle die Forschung mögliche Wege einzelner Gegenstände noch untersucht.

Was die Datenbank LostLift sichtbar machen soll

Nach Angaben der Kunsthalle zu Kiel werden diese Enteignungen nun erstmals wissenschaftlich aufgearbeitet. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste fördert das Vorhaben. Veröffentlicht werden die Forschungsergebnisse durch das Deutsche Schifffahrtsmuseum – Leibniz-Institut für Maritime Geschichte in der Datenbank LostLift.

Susanne Kiel stellt im Vortrag die Aufarbeitung und die Erkenntnisse hinter der Datenbank vor. Damit verbindet der Abend den historischen Ablauf der Transporte und Versteigerungen mit der Frage, wie sich die Herkunft und weitere Verteilung der geraubten Gegenstände heute nachvollziehen lassen. Treffpunkt ist am 2. September um 18 Uhr im Glasfoyer der Muthesius Kunsthochschule, Legienstraße 35.

Quelle: Kunsthalle zu Kiel – Veranstaltungen

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