Netta Weisers Klangausstellung „fuga“ öffnet am 29. August 2026 um 16 Uhr im Humboldt Forum in Berlin und läuft bis zum 31. März 2027. Zu hören ist sie im Hörraum im zweiten Obergeschoss, Schloßplatz, 10178 Berlin. Das Projekt richtet sich an ein allgemeines Publikum sowie an Menschen, die sich für Klangkunst, Archive, queere Geschichte und diasporische Perspektiven interessieren. Einen Eintrittspreis oder Buchungsweg nennen die Staatlichen Museen zu Berlin bislang nicht.
Im Zentrum steht eine ungewöhnliche Begegnung über fast ein Jahrhundert hinweg: Archivaufnahmen aus Ägypten treffen auf elektronische Klänge, neu eingesungene Stimmen, Flötenimprovisationen und eine sechskanalige Videoarbeit. Für Weiser ist es die erste Klangausstellung in Berlin.
Wachswalzen aus Ägypten werden zu einer neuen Hörerfahrung
„fuga“ entstand aus Netta Weisers Forschung im Phonogramm-Archiv des Ethnologischen Museums. Dort beschäftigte sie sich mit Wachswalzenaufnahmen der deutsch-jüdischen Komponistin und Musikwissenschaftlerin Brigitte Schiffer, die in den 1930er-Jahren in der Oase Siwa im Westen Ägyptens forschte.

Schiffer dokumentierte mit einem Phonographen vokale Praktiken der dort lebenden Amazigh-Gemeinschaft. Zum erhaltenen Material gehören Frauenlieder, Totenklagen und Arbeitsgesänge. Nach Abschluss ihrer Dissertation floh sie 1935 vor dem nationalsozialistischen Regime nach Ägypten und prägte später das kulturelle Leben im kosmopolitischen Kairo mit.
Weiser behandelt diese Aufnahmen nicht als abgeschlossene historische Dokumente. Sie verbindet sie aus einer queeren, diasporischen Perspektive mit gegenwärtigen Stimmen und körperlich erfahrbarem Raumklang. Dabei treten Migration, wirtschaftliche Not, Erinnerung und angedeutete queere Liebe als wiederkehrende Motive hervor.

Zwei Klangteile führen von einer Totenklage zum Liebesgesang
Der erste Teil der Installation basiert auf einer Aufnahme von Kindern, die während eines Trauerzugs in der Sahara eine Totenklage singen. Weiser verschränkt das historische Dokument mit Auszügen aus einer Komposition Schiffers von 1934, elektronisch bearbeiteten Wachswalzenklängen und Reenactments von Kindern. Gemeinsam mit dem Flötisten Roy Amotz entwickelte sie Improvisationen als Antwort auf dieses Material.
Im zweiten Teil stehen Wechselgesänge von Landarbeitern während der Dattelernte in Siwa im Mittelpunkt. Die historischen Rufe erklangen von den Spitzen der Palmen über die Gärten der Oase. Sänger Chanan Ben Simon verkörpert die vokalen Gesten neu und ergänzt jene antwortende Stimme, die in der Archivaufnahme fehlt. So entsteht ein gerufener Liebesgesang zwischen historischen und gegenwärtigen Stimmen.

Der Klang bewegt sich kreisförmig um die Zuhörenden. Möglich wird dies durch das dreidimensionale Audiosystem des Hörraums, für dessen akustische Architektur die Arbeit eigens entwickelt wurde. Ergänzt wird die Installation durch Itay Maroms sechskanalige Videoarbeit, die sich langsam durch eine historische Fotografie des Kinderchors bewegt.
Performances und Gespräche begleiten die Ausstellung
Zur Eröffnung am 29. August sind zwei Programmpunkte angekündigt: Um 18.30 Uhr findet während der Langen Nacht der Museen eine geführte Listening Session statt, um 20 Uhr folgt eine Klang-Performance im Hörraum.
Am 12. September wird um 14 Uhr die Tanzarbeit „The Skin Listens Too“ gezeigt. Für den 16. September ist um 17 Uhr das Gespräch „Brigitte Schiffer: Sounds of Exile“ vorgesehen. Hinzu kommen kollektive Hör-Sessions und eine Radioserie zur Ausstellung auf reboot.fm.
Öffnungszeiten und Ort im Humboldt Forum
„fuga“ läuft vom 29. August 2026 bis zum 31. März 2027 im Hörraum des Humboldt Forums. Die Installation ist mittwochs bis montags jeweils von 16 bis 18.30 Uhr zugänglich; der Hörraum befindet sich im zweiten Obergeschoss. Als Adresse ist Schloßplatz, 10178 Berlin, angegeben. Informationen zu Eintrittspreis, Reservierung, Barrierefreiheit oder besonderen Anreisehinweisen enthält die Veranstaltungsseite derzeit nicht.
Quelle: Staatliche Museen zu Berlin – Aktuelle Ausstellungen
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Quellenprüfung Quellennachweis
Termine, Ort, Öffnungszeiten und Programminhalte wurden anhand der Ausstellungsseite der Staatlichen Museen zu Berlin zusammengestellt.
- Ausstellungszeitraum vom 29. August 2026 bis 31. März 2027 übernommen
- Humboldt Forum und Hörraum im zweiten Obergeschoss als Veranstaltungsort bestätigt
- Reguläre Öffnungszeiten von Mittwoch bis Montag, 16 bis 18.30 Uhr, geprüft
- Fehlende Angaben zu Eintrittspreis und Buchungsweg ausdrücklich kenntlich gemacht
- Quelle
- Staatliche Museen zu Berlin – Aktuelle Ausstellungen
- Umfang
- Berlin
- Aktualisiert
- 2026-09-04 10:08
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