Wer Benzin oder Diesel sparen möchte, kann vor der nächsten Fahrt zwei Dinge tun: den aktuellen Kraftstoffpreis vergleichen und den Zustand des eigenen Autos prüfen. Auf der Strecke beeinflussen vor allem Tempo, Beschleunigung und Bremsen den Verbrauch. Wie viel Geld eine Änderung tatsächlich spart, zeigt erst der eigene Verbrauch pro 100 Kilometer – zusammen mit dem Preis an der Zapfsäule.
Von der Redaktion Internet Fusion · Stand: 23. September 2026
Vor der Fahrt: Reifendruck, Gepäck und Tankpreis prüfen
Ein zu niedriger Reifendruck erhöht den Rollwiderstand. Prüfen Sie den Druck möglichst bei kalten Reifen und verwenden Sie die Vorgaben des Fahrzeugherstellers für die jeweilige Beladung. Diese stehen meist in der Betriebsanleitung oder an einem Aufkleber am Fahrzeug. Mehr Druck als vorgesehen ist keine sinnvolle Sparmaßnahme: Fahrverhalten und Reifenverschleiß können darunter leiden.
Auch Gewicht kostet Energie. Nehmen Sie Dinge aus dem Kofferraum, die Sie nicht brauchen. Dachboxen und Dachträger können zusätzlich den Luftwiderstand erhöhen; entfernen Sie sie nach der Nutzung. Der Effekt hängt von Fahrzeug, Geschwindigkeit und Strecke ab. Ein leerer Kofferraum bringt deshalb keine feste Ersparnis in Litern, macht aber eine vermeidbare Last kleiner.
Vergleichen Sie vor dem Tanken den aktuellen Preis für die benötigte Kraftstoffsorte. Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe der Bundesnetzagentur informiert über Preistransparenz bei Kraftstoffen. Bei der Auswahl einer Tankstelle zählt neben dem Literpreis auch der Umweg: Eine längere Fahrt allein für einen kleinen Preisvorteil kann den Vorteil aufzehren.
Unterwegs: Gleichmäßig fahren und Tempo bewusst wählen
Vorausschauendes Fahren beginnt mit Abstand. Wer den Verkehr früh beobachtet, kann rechtzeitig vom Gas gehen und muss seltener kräftig bremsen oder erneut beschleunigen. Beschleunigen Sie angemessen und nutzen Sie einen passenden Gang beziehungsweise den effizienten Fahrmodus Ihres Autos. Lassen Sie das Fahrzeug nur dort rollen, wo es sicher und erlaubt ist; die Fahrzeugkontrolle geht vor.
Bei höherem Tempo steigt der Luftwiderstand deutlich. Auf längeren schnellen Strecken kann ein moderateres, gleichmäßiges Tempo daher spürbar sein. Eine allgemeingültige Spargeschwindigkeit gibt es nicht: Motor, Getriebe, Beladung, Steigungen und Verkehr verändern das Ergebnis. Fahren Sie so, dass Sie Verkehrsregeln einhalten und den Verkehr nicht behindern.
| Maßnahme | Warum sie helfen kann | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Reifendruck prüfen | Weniger Rollwiderstand bei korrektem Druck | Herstellervorgabe und Beladung beachten |
| Unnötige Last entfernen | Weniger Gewicht und gegebenenfalls Luftwiderstand | Benötigte Ausrüstung im Auto lassen |
| Vorausschauend fahren | Weniger Bremsen und erneutes Beschleunigen | Abstand und Sicherheit wahren |
| Tempo mäßigen | Geringerer Luftwiderstand bei schneller Fahrt | Verkehrslage und Tempolimits beachten |
| Klimaanlage gezielt nutzen | Weniger Energiebedarf bei geringerem Kühlbedarf | Sicht und Wohlbefinden nicht beeinträchtigen |
Kurzstrecken und Klimaanlage: Wo sich Planung lohnt
Auf kurzen Fahrten erreicht der Motor häufig nicht seine normale Betriebstemperatur. Dann kann der Verbrauch pro Kilometer höher ausfallen als auf einer längeren Fahrt. Wenn es zum Alltag passt, bündeln Sie mehrere Erledigungen zu einer Strecke oder ersetzen Sie einzelne sehr kurze Autofahrten durch einen Fußweg oder das Fahrrad. Ob das möglich ist, hängt selbstverständlich von Weg, Wetter, Gepäck und persönlichen Umständen ab.

Die Klimaanlage benötigt Energie. Nutzen Sie sie nach Bedarf, statt den Innenraum stärker als nötig herunterzukühlen. Ein aufgeheiztes Auto lässt sich vor der Fahrt kurz lüften. Bei höherem Tempo können weit geöffnete Fenster wiederum den Luftwiderstand erhöhen. Verzichten Sie nicht auf Kühlung oder Entfeuchtung, wenn Hitze, beschlagene Scheiben oder nachlassende Konzentration die Fahrt beeinträchtigen.
Einzelne Maßnahmen wirken je nach Fahrt unterschiedlich. Bei einer kurzen Stadtfahrt können Kaltstart und häufiges Anfahren stärker ins Gewicht fallen; auf einer langen Autobahnfahrt eher Tempo und Luftwiderstand. Deshalb ist es hilfreicher, den eigenen Verbrauch über mehrere vergleichbare Fahrten zu beobachten, als eine pauschale Prozentangabe zu übernehmen.
Den eigenen Verbrauch und die Fahrtkosten berechnen
Für einen brauchbaren Ausgangswert notieren Sie Kilometerstand und getankte Liter. Fahren Sie eine ausreichend lange Strecke und tanken Sie anschließend wieder bis zu einem vergleichbaren Füllstand. Teilen Sie die nachgetankten Liter durch die gefahrenen Kilometer und multiplizieren Sie mit 100. Das Ergebnis ist der Verbrauch pro 100 Kilometer. Ein einzelner Tankvorgang bleibt eine Näherung, weil Zapfsäule, Füllstand und Fahrbedingungen schwanken können.
Die Rechnung lautet: Liter ÷ Kilometer × 100 = Liter je 100 Kilometer. Beispiel: 39 Liter auf 600 Kilometern ergeben 6,5 Liter je 100 Kilometer. Für die Kraftstoffkosten multiplizieren Sie diesen Wert mit dem aktuellen Literpreis. Bei einem rein angenommenen Preis von 1,80 Euro wären das 11,70 Euro je 100 Kilometer. Der Beispielpreis ist kein Tagespreis.
So können Sie eine Änderung prüfen:
- Erfassen Sie Ihren Ausgangsverbrauch über mehrere Tankfüllungen oder vergleichbare Strecken.
- Prüfen Sie den Reifendruck und entfernen Sie unnötige Last.
- Fahren Sie auf ähnlichen Strecken vorausschauend und beobachten Sie Ihr Tempo.
- Berechnen Sie den Verbrauch erneut und vergleichen Sie ähnliche Bedingungen.
- Multiplizieren Sie die Differenz in Litern je 100 Kilometer mit Ihrem aktuellen Literpreis.
Sinkt der gemessene Verbrauch beispielsweise von 6,5 auf 6,0 Liter je 100 Kilometer, beträgt die Differenz 0,5 Liter je 100 Kilometer. Bei dem angenommenen Preis von 1,80 Euro entspräche das 0,90 Euro je 100 Kilometer. Ob die Veränderung durch Ihre Fahrweise entstand, lässt sich aus einer einzelnen Fahrt nicht sicher ablesen: Verkehr, Temperatur und Streckenprofil können das Ergebnis ebenfalls verschieben.
Was Sie vor der nächsten Fahrt konkret prüfen können
Beginnen Sie mit drei kurzen Checks: Stimmt der Reifendruck nach Herstellervorgabe? Liegt unnötige Last im Auto oder ist eine ungenutzte Dachbox montiert? Was kostet die passende Kraftstoffsorte aktuell an Tankstellen auf Ihrer ohnehin geplanten Route? Notieren Sie danach Kilometer und Tankmenge. So sehen Sie bei den nächsten Fahrten, welche Änderungen sich bei Ihrem Auto im Alltag tatsächlich zeigen.
Quelle: Bundesnetzagentur
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Quellenprüfung So rechnen Sie nach
Die Beispiele verwenden angenommene Preise; für Ihre Fahrt zählen der aktuelle Literpreis und Ihr selbst gemessener Verbrauch.
- Aktuellen Preis der benötigten Kraftstoffsorte vor dem Tanken vergleichen.
- Getankte Liter und gefahrene Kilometer über mehrere Tankfüllungen notieren.
- Verbrauchswerte nur bei möglichst ähnlichen Fahrbedingungen vergleichen.
- Quelle
- Bundesnetzagentur: Markttransparenzstelle für Kraftstoffe
- Umfang
- Deutschland
- Aktualisiert
- 2026-09-23 07:51
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